Nach einem weiteren kurzen Aufenthalt in Auckland stand für mich der nächste große Roadtrip bevor. Zusammen mit zwei weiteren Begleitern und einem gemieteten Auto ging es Richtung Osten in das Inselinnere. Wir hatten geplant in knapp zwei Wochen quer durch die ganze Nordinsel zu reisen und so viel wie möglich von der Insel zu sehen.

Coromandel

Unser erstes Ziel war die kleine Ortschaft Hahei im Coromandel, nordöstlich von Auckland. Unweit von hier liegen nämlich gleich zwei sehr bekannte Sehenswürdigkeiten, der Hot Water Beach und der Cathedral Cove.

Als erstes wollten wir uns den Hot Water Beach anschauen, einen kleinen Strandabschnitt unweit von Hahei. Die Besonderheit von diesem Strand liegt, wie es der Name vielleicht schon vermuten lässt, in den geothermalen Aktivitäten in seinem direkten Untergrund. Jedes Mal wenn man versucht an diesem Strand einen Loch in dem Sand zu graben, stößt man unweigerlich nach kurzer Zeit auf heiße Quellen, deren Wasser dann direkt an die Oberfläche strömt.

Allerding liegt die Stelle, an welcher die heißen Quellen recht nah an der Oberfläche liegen, hinter der Flutlinie, so dass dieser Strandabschnitt nur bei der Ebbe zu erreichen ist. Da wir dummerweise die Flutzeiten nicht wussten, verpassten wir leider das richtige Zeitfenster und sind mitten in der Flut am Strand angekommen. Es war aber trotzdem irgendwie witzig am Strand entlang zu laufen und zahlreiche Krater im Sand zu entdecken, die von den anderen Touristen auf der Suche nach den heißen Quellen gegraben wurden.

 

 

Nach dem Hot Water Beach ging es dann direkt zu dem Cathedral Cove, der nur etwas nördlich von Hahei liegt und unserer letztes Ziel an diesem Tag war. Diese berühmte Felsunterführung verbindet zwei kleine Strände und ist eine sehr beliebte Sehenswürdigkeit in Coromandel.

 

Der einmalige Bay of Plenty

Am nächsten Tag ging es dann weiter Richtung Süden nach Tauranga, eine Stadt im Norden der Region Bay of Plenty. Hier verbrachten wir einige Stunden an dem wirklich sehr schönen Strand, bevor wir uns auf den weiteren Weg zu unserem nächsten Campingplatz in der Nähe von McLaren Falls aufmachten.

Und dieser kleine Wasserfall erwies sich als ein echter Geheimtipp. Denn an den beiden Ufern des kleinen Baches, der vom Wasserfall gespeist wird, leben unzählige Glühwürmchen. Später in der Nacht, als wir zu dem Wasserfall aufbrachen, um uns dieses Naturwunder anzuschauen, erstreckte sich vor uns ein unglaubliches Bild. Ein ganzes Meer aus kleinen leuchtenden Punkten stach aus der Dunkelheit hervor. Als wäre man in einem magischen Zauberwald gelandet, umgeben von unzähligen kleinen Lichtern, die wie ein Sternenmeer die Dunkelheit durchbrachen, während das leise Planschen des Wassers in dem kleinen Bach wie ein leises Flüstern durch den Wald erklang.

Ich hatte leider kein Stativ dabei und könnte keine Bilder von diesem Naturschauspiel machen, aber ich kann nur jedem empfehlen, der eine Reise durch den Bay of Plenty plant, unbedingt einen Zwischenstopp bei McLaren Falls einzuplanen und eine Nacht dort bleiben, ihr werdet es definitiv nicht bereuen!

 

Rotorua, eine Stadt auf einem Vulkanfeld

Unser nächster Stopp auf der Reise durch die Nordinsel war die Stadt Rotorua. Diese mittelgroße Stadt an dem gleichnamigen See ist besonders bekannt für die vielen geothermischen Aktivitäten in dieser Region der Insel. Und bereits kurz nach dem Eintreffen in der Stadt war diese Besonderheit deutlich zu spüren. Ein starker Geruch nach faulen Eiern, ein unverkennbarer Indiz für Schwefel, lag in der Luft. Und tatsächlich, es sprudelte, kochte und dampfe fast überall in der Stadt.

Es kochte in den kleinen Teichen in den Vorgärten der Häuser, ebenso wie in den kleineren Seen im Stadtpark, von deren Oberfläche ein weißer Dampf langsam in den Himmel stieg. Besonders in dem Stadtpark ließen sich viele geothermale Aktivitäten beobachten, zwischen denen speziell angelegte Wander- und Spazierwege fuhren. Und an einigen Stellen waren sogar kleine überdachte Häuschen eingerichtet, die als offene Fußbäder dienten, und ein in der Mitte eingebrachtes kleines Wasserbecken besaßen, das mit dem heißen Wasser aus den geothermalen Quellen gespeist war. Eine recht witzige und zugleich auch sehr heiße Attraktion.

 

 

Nach ein paar Stunden, die wir beim Spaziergehen durch die Stadt verbracht haben, und einem anschließenden Picknick an der Uferpromenade des großen Lake Rotorua, machten wir uns schließlich auf den Weg zu unserem nächsten Campingplatz, der direkt an dem schönen Lake Okareka unweit der Stadt Rotorua lag.

 

Waimangu Vulkanic Valey

Am nächsten Tag beschlossen wir noch etwas länger in der Gegend um die Rotorua zu bleiben und einen Ausflug in die Waimangu Vulkanic Valey zu unternehmen. Dieser geothermale Park, der als der jüngste der Welt gilt, entstand Ende des 19-ten Jahrhunderts nach einem Ausbruch des Mt. Tarawera, dessen gewaltige Eruption ein 17-en Kilometer langes Tal entstehen ließ. Heute besitzt das Tal ein einzigartiges geothermales Ökosystem, das auch für Neuseeland einmalig ist und sich an vielen Stellen im Park hautnah erleben lässt.

Weiße Rauchsäulen steigen an unzähligen Stellen über den ganzen Park verteilt aus den Felsen und von der Oberfläche der kleinen Seen. Es brodelt und kocht in kleinen Schlammpfützen und die Ufer der Bäche und Flüsse, die durch den Park fließen, sind mit vielen auffälligen Mineralienablagerungen versetzt. Ein unglaubliches und wirklich erstaunliches Ökosystem.

 

 

Nach einigen Stunden, die wir beim Wandern durch den Park verbracht haben, machten wir uns am späten Nachmittag auf den Weg Richtung Osten bis zum Lake Aniwhenua, wo wir unser Nachtlager aufschlugen. Am darauf folgenden Tag sollte es dann endlich wieder Richtung Küste gehen und dann weiter bis zum East Cape. Es war bereits der 29-te Dezember und nur noch zwei Tage bis zum Neujahr übrig, das wir unbedingt am East Cape feiern wollten. Nicht mehr viel Zeit für den langen Weg nach East Cape.

 

 

Inhaltsverzeichnis

Nordinsel

1. Auckland, willkommen in Neuseeland

2. Northland, ein Naturparadies im Norden Neuseelands

3. Im Land der Vulkane

4. Von einsamen Stränden und dichten Urzeitwäldern

5. Wandern in Neuseeland

Südinsel

1. Golden Bay und Abel Tasman Coast Track

2. Heaphy Track und Nelson Lakes National Park

3. Pancakes Rocks, Hokitica Gorge, Arthur’s Pass und Tekapo

4. Mount Aoraki, Wanaka und Franz Josef Glacier

5. Queenstown und Milford Track

6. Catlins und die Moeraki Boulders

 

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