Inhaltsverzeichnis:

1. Hervey Bay
2. Fraser Island
3. Noosa und die Sunshine Coast
4. Brisbane
5. Surfer’s Paradise

Hervey Bay

Auf dem weiteren Weg nach Süden liegt Hervey Bay, eine recht große Küstenstadt. Im Gegensatz zu den touristischen Hochburgen Airlie Beach und Cairns macht Hervey Bay einen ruhigen, gar einen verschlafenen Eindruck. Viele kleine Straßen mit Einfamilienhäusern und kaum Verkehr vermitteln das Gefühl in einer Vorstadt gelandet zu sein. Nur wenige Touristen auf der Strandpromenade und ein ruhiger langer Strand, der vornehmlich von den Einheimischen besucht wird, bestätigen diesen Eindruck nur umso mehr. Selbst in der Abenddämmerung, wenn die Zeit für das Nachtleben anbricht, ist auf den Straßen kaum was los. Kein Wunder, denn viele Bars oder Restaurants sucht man hier vergeblich.

Eine interessante Sehenswürdigkeit in der Stadt ist eine große Kolonie der Flughunde, die in einer kleinen grünen Oase nahe dem Strand ihre Schlafplätze eingerichtet haben. Wie Weihnachtsschmuck am Tannenbaum hängen sie an den Ästen der Bäume und können zuweilen auch ganz schön laut werden. Es ist dann eine besonders imposante Erscheinung, wenn dutzende dieser Tiere in den späten Abendstunden über die Köpfe hinweg fliegen, um sich auf die Suche nach Futter zu begeben.

Im Großen und Ganzen bleibt Hervey Bay jedoch eine recht ruhige und gemütliche Stadt, weit weg von dem sonst üblichen Trubel der großen Städte. Und dank der direkten Nähe zu Fraser Island, die nur wenige Kilometer von der Küste entfernt liegt, ist die Stadt auch ein guter Ausgangspunkt für die Besuche zu dieser berühmten Insel.

 

 

Fraser Island

Fraser Island liegt im Great Sandy National Park und gilt als die größte Sandinsel der Welt. Und diese Besonderheit wird fast überall auf der Insel deutlich. Sand über Sand! Selbst die Wege im Wald bestehen fast nur aus Sand und die Wanderungen erinnern an einen Spaziergang am Strand. Es beschleicht einen das Gefühl, der ganze Boden würde nur aus Sand bestehen. So ist es kein Wunder, dass die größte Attraktion auf der Insel, der 75 Miles Beach, ein kilometerlanger Strand ist, der sich fast über die komplette Ostküste der Insel hinwegzieht, und dabei auch als eine Art Autobahn dient. Neben den Geländewagen, die den Strand entlang rasen, wird der 75 Miles Beach aber auch noch von kleinmotorigen Flugzeugen zum Starten und Landen genutzt. So kann es schon mal vorkommen, dass das Auto während der Fahrt kurz zur Seite gefahren werden muss, um ein Flugzeug, das gerade zur Landung ansetzt oder starten möchte, vorbei ziehen zu lassen. Abgesehen von diesen kleinen, aber spannenden Unterbrechungen, ist die Fahrt auf dem 75 Miles Beach immer wieder ein besonderes Erlebnis. Wenn das Auto sanft über den nassen Sand gleitet, die Wellen nur wenige Meter entfernt auf die Küste schlagen, und der Strand vor dir fast bis zum Horizont reicht.

Nicht weniger aufregend sind die Wanderungen in dem hiesigen Regenwald, der die meisten Teile der Insel bedeckt. Im Gegensatz zu dem Wald im Norden von Queensland ist der Regenwald auf der Fraser Island, bedingt durch die südlichere und etwas gemäßigte Breiten, nicht mehr so dicht und erinnert teilweise an eine Mischung zwischen einem tropischen Regenwald und einem europäischen Wald. Kilometerlange und naturnahe Wanderwege, die sich durch diesen wunderschönen Wald ziehen und fast nur aus weichem Sand bestehen, laden zum Entdecken ein. Doch auch hier muss eine gewisse Vorsicht an den Tag gelegt werden. Denn die Insel ist die Heimat von einigen wilden Dingos, die aufgrund der geographischen Abgeschiedenheit der Insel als die letzten reinrassigen Dingos Australiens gelten und daher streng geschützt sind. Diese wilden Hunde gelten als recht territorial und können zuweilen dem Menschen gegenüber auch aggressiv auftreten. So finden sich an vielen Orten auf der Insel Warnungen vor den Begegnungen mit diesen wilden Inselbewohnern, und es wird davon abgeraten alleine irgendwo auf der Insel unterwegs zu sein. Ich muss zugeben, dass diese Tatsache beinahe für einen gewissen Nervenkitzel bei Wanderungen durch den wunderschönen Regenwald sorgen kann, da der Wald auf einmal nicht mehr so harmlos erscheint, und eine Gefahr hinter jeder Ecke und jedem Baum lauern kann. Glücklicherweise blieben jedoch die wenigen Wanderungen auf der Insel dingofrei. Erst bei unserer Abreise hatten wir Glück und konnten noch einem Dingo begegnen. Er sah beinahe wie ein kleiner niedlicher fuchsroter Hund aus, der aus dem Wald direkt auf unsere Autos zukam und sie neugierig beschnüffelt hatte. Auf mich machte er fast einen freundlichen Eindruck und ich könnte schwören, dass er sogar gelächelt hatte als er uns ansah, sofern es bei einem Hund überhaupt von einem Lächeln gesprochen werden kann. Dennoch darf diese Gefahr niemals unterschätzt werden.

Neben dem wunderschönen Regenwald finden sich verstreut über die Insel einige sehr schöne Seen, teilweise weit versteck im Inselinneren. So wie der Lake Wabby, ein kleiner See am Fuße einer großen Sanddüne. Mit klarem Wasser und einem tiefen Abgrund, der bereits kaum zwei Meter von dem Wasserrand entfernt steil in die Tiefe führt. Kein Wunder dass der Laky Wabby als der tiefste See auf der Insel gilt.

Der berühmteste See auf Fraser Island ist jedoch der Lake McKenzie. Kristallklares Wasser, von dem jeder Tropfen aus reinem Regenwasser stammt, aus den unzähligen Regen, die sich hier über die Jahrtausende ergossen haben und diesen wunderschönen See gebildet haben. Und mit dem Sand so weiß und fein, dass es beinahe an die Whitesundays erinnert.

Fraser Island ist eine sehr schöne Insel, die viele einzigartige und einmalige Erlebnisse bittet. Ein längerer Aufenthalt ist hier beinahe ein Muss. Für mich persönlich war der Regenwald auf Fraser Island einer der schönsten Wälder, die ich auf meiner Australien Reise besuchen durfte.

 

 

Noosa und die Sunshine Coast

Der nächste Stopp auf dem Weg nach Süden ist die kleine Stadt Noosa an der wunderschönen Sunshine Coast. Die Stadt ist besonders beliebt bei den Touristen und so tummeln sich am Strand und auf den anliegenden Straßen, die voller Cafés, Restaurants und Geschäfte sind, den ganzen Tag über hunderte von Besuchern.

Direkt an die Stadt grenzt der Noosa National Park, der nur nach einem kurzen Spaziergang an der Küste entlang nach wenigen Minuten Fußweg perfekt zu erreichen ist. Auf mehreren Wanderwegen unterschiedlicher Schwierigkeit lässt sich der National Park, der größtenteils einen Wald umfasst, perfekt erforschen. Einer der schönsten Wege ist der Costal Track, der die Wanderer entlang der malerischen Küste von dem Noosa Main Beach bis zum südlich gelegenen Sunshine Beach führt. Der Pfad verläuft dabei an einigen einsamen Stränden und kleinen Buchten vorbei, die allesamt wunderschön sind. Besonders in der Abenddämmerung, wenn die Sonne sich langsam dem Horizont neigt, erstrahlen sie in einem besonderen Licht, das ihre Magie vollends zur Geltung bringt. Und schließlich am Ende der langen Wanderstrecke erscheint der Sunshine Beach, ein Strand der wie unendlich wirkt. Es lohnt sich hier viel Zeit zu nehmen, und am Strand entlang für eine Weile zu wandern. Im Gegensatz zu dem Main Beach von Noosa sind hier kaum Menschen unterwegs, Ruhe und Gelassenheit liegen in der Luft. Und so lassen sich das Meer und der Strand noch eine Weile ungestört genießen.

 

 

Noosa ist ein wunderbarer kleiner Ort und die Sunshine Coast ist wunderschön. Ich wäre gerne hier etwas länger geblieben, aber die Zeit drängte und so musste ich mich alsbald wieder auf den Weg machen, Richtung Süden nach Brisbane.

Brisbane

Brisbane ist die erste große Metropole auf dem Weg nach Süden und die Hauptstadt von Queensland. Die Stadt bietet nahezu alles was das Hertz begehrt. Einkaufs- und Ausgehvierteln, Konzerte und große Sportveranstaltungen, Museen und Kunstgalerien. Auf dem Marktplatz nahe der Stadthalle lassen sich allerlei frische Produkte aus der Region und sogar kulinarische Spezialitäten aus aller Welt erwerben. Und mit der Brisbane South Bank, welche direkt an dem Brisbane River liegt, besitzt die Stadt ein großes Freizeitviertel, das neben einem Park auch eine große Lagoon beinhaltet. Hier bin ich auch das erste Mal dem berühmten australischen Water Dragon begegnet. Diese kleinen Echsen, die von den Einheimischen einfachheitshalber nur Lizzard genannt werden, sind fast überall dort heimisch, wo es Wasser gibt. Besonders in dem stadteigenen Botanic Garten, welcher für die großen Städte Australiens ohnehin ganz typisch ist, lassen sich ganz viele von diesen Echsen beobachten.

Ein hervorragender Ausblick über die Stadt und die Skyline bietet sich von dem nahegelegenen Mt. Coot-tha an, der den höchsten Aussichtspunkt in Brisbane besitzt. Der knapp 300m hohe Gipfel lässt sich perfekt über einen der zahlreichen Wanderwege erreichen, die allesamt durch den wunderschönen Mt. Coot-tha Wald verlaufen.

Auf dem Weg zurück in die Stadt lohnt sich ein kurzer Abstecher in den großen Mt. Coot-tha Botanic Garden und den Planetarium von Brisbane, welche direkt am Fuße des kleinen Berges liegen. Insbesondere den Botanischen Garten fand ich als einen der schönsten, die ich in Australien besuchen durfte. Neben einer Vielzahl von Pflanzen aus allen Ecken der Welt, lassen sich hier auch viele Water Dragons beobachten, die besonders in den späten Abendstunden aus ihren Verstecken rauskommen und sich gemütlich auf den zahlreichen Wegen im Garten machen, um sich dann an dem warmen Asphalt und den letzten Strahlen der Sonne zu wärmen. Mit etwas Glück können hier auch ein paar Pythons gesichtet werden, die hier heimisch sind und wie mir versichert wurde für Menschen eher harmlos sind. Diese großen Schlangen können schon mal mitten auf dem Weg liegen und einem unachtsamen Spaziergänger einen gehörigen Schreck einjagen, der plötzlich nichtsahnend um die Ecke kommt und diese majestätischen Schlangen auf einmal vor sich liegen sieht.

 

 

Brisbane ist eine schöne Stadt, die viele Freizeitmöglichkeiten bietet. Für einen Besuch reicht jedoch, meiner Meinung nach, ein kurzer Aufenthalt vollkommen aus. Für mich war es am Ende zu viel der Großstadt-Feeling, so dass ich mich bereits nach wenigen Tagen wieder auf den weiteren Weg Richtung Süden machte.

Surfer’s Paradise

Der Surfer’s Paradise ist ein Ortsteil von Gold Coast, der zweitgrößten Stadt in Queensland, und gilt als Miami Australiens. Wolkenkratzer mit Luxusapartments reihen sich aneinander wie gigantische Betonklötze am kilometerlangen Strand. Teure Hotels, Einkaufsmalls in der Strandnähe und Partymeilen mit angesagten Clubs. Die ganze Region um die Gold Coast gilt als das touristische Zentrum Australiens.

Dabei dient die Stadt nicht nur für die zahlreichen Familien, die hier ihren Urlaub verbringen möchten, als ein beliebtes Ferienziel. Auch als ein Veranstaltungsort für den eine Art alljährlichen australischen Spring Break ist die Stadt bestens bekannt. Unzählige Abiturienten kommen zu dieser Zeit hierher um ihre Abschlussprüfungen zu feiern und versetzen die Stadt in einen Ausnahmezustand. Die größte Party steigt dabei direkt auf dem langen Strand von Surfer’s Paradise.

Trotz des entsprechenden Namens ist der Strand von Surfer’s Paradise jedoch eher wenig interessant für die Surfer, da der verhältnismäßig eher geringe Wellengang an dieser Küste nicht gerade förderlich für den Surfsport ist. Dennoch genießt der Strand einen Kultcharakter.

Und nicht zuletzt durch die viel Sonne, mit der die Gold Coast reichlich beschenkt ist, wunderschöne Strände und warmes subtropisches Klima gilt Surfer’s Paradise als eines der beliebtesten Ferienziele an der Ostküste Australiens.

 

 

Navigation:

  1. Ankunf in Australien  – Whitsundays
  2. Hervey Bay – Surfer’s Paradise
  3. Byron Bay und der Weg nach Sydney
  4. Sydney und Umgebung
  5. Melbourne, Great Ocean Road und der Gramphians National Park

 

 

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *