Vor nicht allzu langer Zeit startete ich meine erste große Reise, die mich an die Ostküste Australiens führte. Ich hatte geplant innerhalb von zwei bis drei Monaten von Cairns, das im Norden der Ostküste liegt, bis nach im Süden liegende Melbourne zu reisen. Ohne viel Vorbereitung oder vorherige Planung, um unterwegs möglichst flexibel zu bleiben, und ohne genau zu wissen, was mich alles erwartet, machte ich mich auf den Weg ans andere Ende der Welt, auf den verheißungsvollen Kontinent Australien. In den darauf folgenden Wochen erlebte ich viele große und kleine Abenteuer, ließ mich durch die Zeit treiben und genoss jedes einzelne dieser kleinen Momente, von denen es oft so viele auf den Reisen gibt. Ich versuchte stets vieles davon mit meiner Kamera festzuhalten, als eine zeitlose Erinnerung an das Erlebte und die vielen kleinen Geschichten dazu.

Diese kurzen Momentaufnahmen möchte ich nun zusammen mit ein paar Notizen von mir hier auf folgenden Seiten vorstellen. Ich hoffe, dass es vielleicht als eine Art Inspiration dient, für alle die ihre eigene Reise durch diesen faszinierenden Kontinent planen.

Doch der Weg nach Australien ist sehr weit, und so beginnt diese Geschichte mit einem kurzen Zwischenstopp in Hongkong…

Inhaltsverzeichnis:

1. Hongkong
2. Cairns und der Norden von Queensland
3. Magnetic Island
4. Airlie Beach
5. Whitsundays

Hongkong

Hongkong ist eine aufstrebende weltoffene Metropole mit einem Dschungel aus Wolkenkratzern, die nicht nur die Innenstadt dominieren, sondern auch in den Wohnvierteln hoch in den Himmel ragen. Und dennoch bietet die Stadt unglaublich viele kleine Grünoasen und Stadtparks, die über die ganze Stadt verteilt sind und Momente der Ruhe und Erholung von dem sonst viel geschäftigem Treiben bieten.

Das erste was einem hier auffällt, ist dieser besondere und einzigartige Charakter der Stadt, der es gar nicht vermuten lässt, dass man sich gerade in Asien befinden würde. Was wohl nicht zuletzt auch dem sehr modernen Flair der Stadt geschuldet ist. Das zweite ist wohl die etwas besondere Klima, die für diese Stadt sehr prägend ist. Hohe Temperaturen gepaart mit einer ebenso hohen Luftfeuchtigkeit erwecken das Gefühl, man wäre inmitten einer riesen großen Sauna gelandet, so dass jegliche Kleidung bereits nach wenigen Minuten klatsch nass ist. Und während man selbst kaum längere Zeit draußen aushält, scheinen die Einheimischen sich perfekt damit arrangiert zu haben, und gehen ihrem geschäftigen Treiben mit vollem Elan nach. Und auch die hiesige Flora scheint von dieser subtropischen Klima nur zu profitieren und gedeiht prächtig. Besonders imposant sind da einige Bäume, die mit ihren Wurzeln ganze Mauern überwuchern und dabei von dem Stadtbild gar nicht mehr wegzudenken sind.

Mir wurde mal gesagt, dass Hongkong eine der großartigsten Städte in der Welt wäre. Nun, nach nur einem sehr kurzen Tagesaufenthalt lässt sich sowas nicht wirklich beurteilen, aber ein Besuch ist die Stadt definitiv wert.

 

 

Cairns und der Norden von Queensland

Diese Reise beginnt in Cairns, einer Stadt im Norden der Ostküste von Australien. Das Leben läuft hier, wie es wohl ganz typisch für Australien ist, eher gemütlich und ruhig vonstatten. Mit viel Sonne, Meer und dem Sommer das ganze Jahr durch, ist es wohl auch kein Wunder. Besonders auf der langen Promenade, welche direkt am Meer liegt, bekommt man dieses Lebensgefühl deutlich zu spüren. Hier befindet sich auch die berühmte Lagoon der Stadt, ein großer Salzwasserpool, direkt am Meer gelegen, offen und für alle frei. Mit einem fantastischen Blick aufs Meer lässt sich so die eine oder andere Stunde beim Schwimmen vertreiben.

Ein weiteres interessantes Ausflugsziel in der Stadt ist der Botanische Garten. Neben einem Regenwaldspaziergang werden hier auch viele exotische Pflanzen präsentiert.

Unweit des Botanischen Gartens starten auch einige schöne Wanderwege, die durch die umliegende Landschaft führen und mitunter sehr tolle Aussichten bieten.

 

 

Die Stadt ist auch als Ausgangspunkt für die Besuche zu dem berühmten Great Barrier Reef sehr beliebt, welches nur ein kurzer Segeltrip entfernt vor der Küste liegt. Es ist ein unglaubliches Gefühl vor einer tropischen Insel zu ankern, in einem kleinen Beiboot die Insel ansteuern, sich am Ufer gemütlich machen, für einen kleinen Moment Ruhe…. mit einem dichten Regenwald hinter dem Rücken und dem azurblauen Meer vor dir, die leichte Meeresbrise auf der Haut spüren und den Wellen lauschen. Man fühlt sich beinahe wie in all den berühmten Piratenfilmen, auf einer einsamen Insel in der Karibik.

Und dieses unglaubliche Gefühl wird nur noch besser, nachdem man schließlich in das lauwarme Wasser steigt, zum Schnorcheln am wunderschönen Great Barrier Reef. Leider wird dabei auch der teils katastrophale Zustand des Riffs deutlich sichtbar. All die grauen leblosen Koralle und verschwundene Fische, das einzigartige farbenfrohe Koralllenleben für immer weg. Man kann es kaum glauben, bevor man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Es wird oft gesagt, man solle zum weiter weg gelegenen Outer Reef segeln, falls man das echte Korallenleben erleben möchte, der Inner Reef nahe der Küste ist dagegen größtenteils am Sterben und nicht mehr so prachtvoll. Eine traurige Gewissheit, die ich leider durch persönliche Beobachtung nur bestätigen kann.

 

 

Der Norden von Queensland ist berühmt für seine traumhaften Strände. Insbesondere Port Douglas und Cap Tribulation stechen da heraus. Kilometerlange Strände am Ufer des Pazifiks, umschlungen von einem dichten Regenwald, vermitteln das Gefühl im Paradies zu sein. Vielleicht durch ihre Abgeschiedenheit, durch ihre einzigartige und unberührte Natur haben sie etwas Besonderes und Magisches in sich, so dass man diesen Ort nicht mehr verlassen möchte.

 

 

Ein weiteres sehr bekanntes und beliebtes Reiseziel im Norden von Queensland ist der Daintree Rainforest. Mit seinen 150 Millionen Jahren gilt er als der älteste Regenwald der Welt. Große Teile des Regenwaldes befinden sich immer noch in ihrem nativen Urzustand, von der Menschenhand unberührt. Der große Daintree River, welcher sich gemütlich durch den Wald schlängelt, ist die Heimat für unzählige Arten, unter anderem auch für zahlreiche Panzerechsen, die man auf einer Flussfahrt mit etwas Glück treffen kann.

Eine Wanderung durch diesen einzigartigen Wald ist wirklich einmalig. Ein enger Naturpfad zieht sich durch den dichten Busch, Kilometer für Kilometer muss man sich durchkämpfen, steile Wände an Baumwurzeln klammernd hochsteigen, sich zwischen den Steinen durchquetschen, zahlreiche Bäche und Flüsse über Steine und Baumstämme balancierend überqueren, um dann doch noch auszurutschen und im kalten Wasser baden zu gehen. Und doch ist das Gefühl inmitten dieses unglaublichen Waldes zu stehen, weit weg von jeglicher Zivilisation, wenn zahlreiche Geräusche und Gerüche von allen Seiten auf einen einprasseln, die Regentropfen, die durch die Baumkronen herabfallen, der Vogelgeschrei in der Ferne…unbeschreiblich und zugleich absolut unvergesslich. Einzig die tückischen Bloodworms, die in dem Wald heimisch sind, und sich über jeden achtlosen Wanderer freuen, der hier vorbeikommt, um sich an seinem frischen Blut zu laben, sind auf Dauer etwas lässtig. Meine beiden Begleiterinnen dürfen da noch genau wissen, wovon ich rede :-).

 

 

Magnetic Island

Auf dem Weg nach Süden, vor der Küste bei Townsville, liegt eine kleine Insel, Magnetic Island. Die Insel ist größtenteils von einem dichten Wald bedeckt, welcher zu dem hiesigen National Park gehört. Die wenigen entlang der Küste verteilten Siedlungen sind dagegen recht klein und überschaubar. Der beliebteste Hostel auf der Insel befindet sich direkt am Strand außerhalb der bewohnten Gebiete. Die komplette Anlage ist wie ein kleines Dorf aus vielen gemütlichen Hütten aufgebaut. Nur wenige Meter vom Strand entfernt und mit einem ungetrübten Blick aufs Meer erweckt es beinahe das Gefühl, als würde man Ferien in der Karibik verbringen.

Den vielen Menschen bewusst, wird der Hostel fast jede Nacht von einigen neugierigen Vogeln besucht. Mit ihrer Größe von annähernd einem halben Meter sind sie nur wenig scheu und lassen keine Gelegenheit verstreichen, um an schnelles und leichtes Futter ranzukommen. Was dann des Öfteren zu einigen panischen Fluchtreaktionen führt, wenn solch ein Tier mit einem lauten Zischen direkt auf den Tisch mit den begehrten Leckereien zusteuert.

Auf der Insel selbst lohnen sich einige Wanderungen durch den großen National Park. Die Wälder dort bestehen unter anderem aus vielen Eukalyptus Bäumen und beherbergen einige wildlebende Koalas. Dank ihres grauen Fells besitzen diese jedoch eine ziemlich gute Tarnung und lassen sich oft nur mühsam in dem dichten Busch erkennen.

Neben den Koalas lassen sich auf der Insel auch zahlreiche Rock-Wallabies antreffen, welche in einer größeren Kolonie nahe einer Steinformation an der Ostküste in der Nähe des kleinen Orts Arcadia leben. Diese kleinen Vertreter der Känguru Familie sind kaum größer als eine gewöhnliche Hauskatze, dafür aber unglaublich zutraulich. Da die Wallabies sogar offiziell gefüttert werden dürfen, sind sie mittlerweile so sehr durch die zahlreichen Touristen und Einheimische verwöhnt, dass sie bereits auf einen zulaufen, wenn man nur seine Hand ausstreckt, und lassen sich ohne weiteres streicheln. So durfte ich beobachten, wie ein Einheimischer mit einem beträchtlichen Vorrat an Futter die Wallabies anlockte, woraufhin in kürzester Zeit, aus allen Richtungen strömend, einige Dutzend dieser Pelzknäule sich um ihn herum scharrten.

 

 

Airlie Beach

Airlie Beach ist eine kleine Küstenstadt, die dank ihrer Nähe zu den weltberühmten Whitsunday Islands als eine der Touristenhochburgen in der Region gilt. Die zentrale Hauptstraße mit ihren zahlreichen Geschäften, Restaurants und Clubs bildet das Zentrum der Stadt. Das Leben pulsiert hier fast rund um die Uhr. Kaum zwei Minuten Fußweg davon entfernt, befindet man sich bereits am Strand, in dessen direkter Nähe eine große Lagoon liegt, die ähnlich wie in Cairns ein idealer Ort zum Entspannen und ein paar Runden Schwimmen ist.

Ein kurzer Spaziergang entlang der Küste führt zu dem Hafen der Stadt, der als Ausgangpunkt für die vielen Ausflüge zu den Whitsunday Islands dient. Mehrere Schiffe am Tag starten hier ihre Touren zu diesem Naturparadies. Es empfiehlt sich unbedingt, eigentlich ist es beinahe ein Muss, einen Segeltrip zu diesen wunderschönen Inseln zu unternehmen.

Das wirklich Schöne an Airlie Beach ist jedoch das Gefühl, wie klein und gemütlich sich die Stadt anfüllt. Trotz der vielen Touristen herrscht hier keine Hektik, eher im Gegenteil, das Gefühl der Ruhe liegt in der Luft. Ob beim Verweilen in der Lagoon oder am Strand, nach einer Weile verschwindet jegliches Zeitgefühl. So kann es schon mal vorkommen, dass man plötzlich abends vor den geschlossenen Türen eines Einkaufsladens steht und auf einmal realisiert, dass es gerade Sonntag ist und die Geschäfte früher schließen. Glücklicherweise ist man da nicht der einzige, der dieses Problem hat. Wie man es so schön sagt, als Backpacker weiß man bestenfalls vielleicht welches Datum gerade ist, alles andere spielt keine Rolle.

In Airlie Beach war es auch das erste Mal, dass mir einige der weißen Kakadus begegnet sind. Diese majestätischen Vögel fliegen oft am Strand entlang und machen dabei mit ihren lauten Schreien auf sich aufmerksam. Erstaunlicherweise sind sie kaum scheu. So konnte ich mich bis auf wenige Meter einem dieser Vogel nähern, ohne dass meine Anwesenheit ihn weiter störte. Stattdessen musterte er mich die ganze Zeit neugierig, während er weiterhin unbeirrt an seinen Blumen knabberte.

 

 

Whitsundays

Von all den Abenteuern in Australien ist mir der Whitsunday Segeltrip am stärksten in Erinnerung geblieben. Zwei Tage und zwei Nächte auf dem offenen Meer, umgeben von den wunderschönen Whitsunday Inseln sind etwas Besonderes. Das weite Meer, die frische Seeluft und die kühle Brise auf der Haut, wenn das Schiff langsam über die Wellen reitet, nahezu alles vermittelt das Gefühl der grenzenlosen Freiheit.

Eines der schönsten Erlebnisse beim Segeln in Whitsundays ist das Schnorcheln an dem hiesigen Teil des Great Barier Reefs. Im Gegensatz zu dem Inner Reef im Norden von Queensland ist das Reef bei Whitsundays in einem wesentlich besseren Zustand. Das Schwimmen inmitten all den prachtvollen Farben der unterschiedlichsten Koralle und Fische, die in Schwärmen hautnah an einem vorbeirauschen, ist überwältigend.

Laut unserem Skipper besteht eine, allerdings sehr seltene, Chance hier auch einige der großen Meeresschildkröten sowie die harmlosen Riffhaie anzutreffen. Eine Schildkröte ließ sich zwar später tatsächlich noch vom Schiff aus beobachten, wie sie gemütlich davonschwamm, bei den letzteren hatten wie jedoch kein “Glück”. Dafür aber mit einer kleinen Gruppe von Buckelwalen, die unsere Segelyacht eine Zeit lang begleiteten und recht nah am Schiff vorbeischwammen.

 

 

Der wohl bekannteste Ort bei den Whitsundays ist der Whiteheaven Beach auf der Whitsunday Island.

Wenn es den Himmel auf der Erde gibt, dann ist es definitiv hier. Ein Strand so wunderschön, dass es vom ersten Augenblick an den Atem raubt und alle Sinne überwältigt. Mit weißem Sand so fein wie Pulver und Wasser so klar und rein, dass jedes noch so kleine Sandkorn hindurch schimmert. Besonders in den frühen Morgenstunden, noch lange bevor die ersten Besucherschiffe in der Bucht anlegen und die zahlreichen Touristen die sonst unbewohnte Insel überschwemmen, erstrahlt der Strand in seiner vollen Pracht. Noch keine Fußspuren auf dem weißen Sand, von der letzten Flut erbarmungslos ausradiert all jene Zeugen, als ob noch kein Mensch hier gewesen ist. So ruhig und so wunderschön. Ein Gefühl der Unendlichkeit. Und nur das leise Rauschen der Wellen scheint diese einsame Ruhe leicht zu stören.

Es lässt sich kaum in Worte fassen, dieses Gefühl, das einen beim ersten Anblick von Whiteheaven Beach überwältigt. Für mich war das einer der schönsten Orte auf meinen Reisen.

 

 

Besonders schön sind auch die Abende auf der See. Wenn das Schiff in einer ruhigen Bucht den Anker wirft, umgeben von kleinen unbewohnten Inseln, die Sonne langsam am Horizont verschwindet und mit den letzten Sonnenstrahlen den Himmel in bunte Farben färbt. Es lohnt sich eine Weile auf dem Deck zu bleiben und diese Ruhe zu genießen, während die letzten Sonnenstrahlen langsam am Horizont erlöschen und die Inseln im hellen Mondschein bedrohlich schwarz und zugleich friedlich und einsam erscheinen. Ein Augenblick der die Zeit zum Stehen bringt, während die Nacht langsam über die Whitsundays hereinbricht.

 

 

Navigation:

  1. Ankunf in Australien  – Whitsundays
  2. Hervey Bay – Surfer’s Paradise
  3. Byron Bay und der Weg nach Sydney
  4. Sydney und Umgebung
  5. Melbourne, Great Ocean Road und der Gramphians National Park

 

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